Der Tieger von Äschnapur


1977 - 1985 / 1985 - 1989

 
Der Tieger von Äschnapur
Der Tieger von Äschnapur
Der Tieger von Äschnapur
 
 
Alles begann damit, dass am Anfang die Maharani bei einem Sylvesterausflug auf dem Lande sagte: nur der bekommt meine Tochter, die bezaubernde Prinzessin, der den Tieger von Äschnapur bringt. Daraufhin wurden alle Frauen Verwandte und alle Männer Tiegerjäger. (A.S. 1977)
 
 
Das erste Langzeitprojekt des proT ist Der Tieger von Äschnapur, "radikales Total-Theater über das Theater" (SZ, 16.07.1979). Die zunächst lediglich über den Titel geöffnete Konsistenzebene dauert von 1977 bis 1982. Tieger Null (1977), Tieger Eins (1977), Tieger Zwei (1979 und 1982), Tieger Drei (1979). 1979/1980 gibt es die ersten Vorwürfe auf den Tieger von Äschnapur Unendlich. Dies ist auch der Beginn der ersten Theaterarbeiten mit Video: Münchner Volkstheater, 1980 (u.a. Ausstellung "Videoinstallationen Münchner Künstler", Künstlerwerkstätten Lothringer 13, 1981) und Zahltag der Angst, 1981 (der gleichnamige Videofilm aus Zahltag der Angst bei "Videokunst in Deutschland 1963 - 1982", Lenbachhaus München, Nationalgalerie Berlin, u.a., 1982), beides Vorwürfe auf den Tieger von Äschnapur Unendlich. "Für sein Münchner Volkstheater hat er (Alexeij) sich in sein Video-Gerät zurückgezogen. Und vom Bildschirm aus (...) gibt er seinen Volksschauspielern seine Regieanweisungen zur Zerstörung der folkloristischen Klischees." (DIE ZEIT, 30. Mai 1980).
 
Die über den Titel geöffnete Kompositionshorizontale Der Tieger von Äschnapur greift immer weiter aus und ihre Wirkung reicht bis zur Entstehung des VierVideoTurmes beim Konzert auf der Tiegerfarm (1985) und zu proT trifft Orff - wir gratulieren (Carmina Burana trifft den Tieger von Äschnapur), der bekanntesten proT-Produktion mit Tieren (1985). "Fünf entzückende Schweine rüsseln, grunzen und schmatzen in der feinen Gasteig-Black-Box, sind in naturgemäßer Unschuld der Chor für eine unverschämt rissige Gratulations-Cour zu Carl Orffs 90. Geburtstag." (AZ, 12. Juli 1985).
 
1985 ist die Tieger Nacht Teil der Alexeij Sagerer Retrospektive beim 7. Internationalen Theaterfestival München und das erste Konzert auf der Tiegerfarm findet im selben Jahr im Kulturzentrum Gasteig Blackbox statt. 1989 folgen die Vier letzten Konzerte auf der Tiegerfarm im Kulturzentrum Gasteig München im Carl-Orff-Saal. 1992 übernimmt das Nibelungen & Deutschlandprojekt den VierVideoTurm als Theatermaschine.
 
 

1977 - Der Tieger von Äschnapur Null oder


Sylvester auf dem Lande


 
15. Januar 1977, proT, Isabellastrasse 40, München. Ausgangsteam für "Der Tieger von Äschnapur": Cornelie Müller, Nikolai Nothof, Alexeij Sagerer, Agathe Taffertshofer, Jürgen von Hündeberg.
 
 

 
Dies ist der Tieger von Äschnapur Null. Er wird nur einmal in seinem Leben als Aktionsabend VII verkleidet, gezeigt. Später wird es dann noch andere Tieger von Äschnapurs geben, die sehr wahrscheinlich öfters gezeigt werden und obendrein auch noch ganz anders ausschaun können. Also von dem Null-Abend, da haben Sie nur was, wenn Ihnen sowas gefällt "Sah ein Roß ein Knöblein stehen!" (A.S. 1977)
 
Ute Fischbach
...lieber einen neuen Schmarrn
Premiere im proT: "Der Tieger von Äschnapur"
in: Münchner Merkur, München, 18. Januar 1977
 
Michael Skasa
Chaos, zwiefach überzwerch
Aktionsabend im proT
in: Süddeutsche Zeitung, München, 19. Januar 1977
 
 

1977 - Der Tieger von Äschnapur Eins oder


Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern


 
UA 14. Mai 1977, proT, Isabellastrasse 40, München. Die Produktion wird in den folgenden Jahren immer wieder im proT gespielt. Insgesamt 90 mal. Die letzte Aufführung im proT ist am 22.11.1980. Obwohl Alexeij Sagerer die Tieger Produktionen so dicht in die Räume in der Isabellastrasse hinein schreibt, dass sie nur dort gespielt werden können, da er keine Lust mehr auf Gastspiele hat, ist es dann doch möglich, sie an anderen Orten stattfinden zu lassen. Und zwar 1977 in der Garage in Erlangen und 1983 im Lenbachhaus in München. 1984 zieht "Der Tieger von Äschnapur Eins" mit den anderen Tiegern in die proT-Halle um und wird dort sowohl einzeln als auch in der Tieger Nacht gezeigt. Und 1985 ist "Der Tieger von Äschnapur Eins" in der Tieger Nacht Teil der "Alexeij-Sagerer-Retrospektive" beim 7. Internationalen Theater Festival München. Die Besetzung der Produktion bleibt bis auf die Stücktechnik über all die Jahre gleich. Die Maharani (Cornelie Müller), Die bezaubernde Prinzessin (Agathe Taffertshofer), Der dauernde Tiegerjäger (Alexeij Sagerer). Stücktechnik u.a. Nikolai Nothof und Brigitte Niklas. Mit "Der Tieger von Äschnapur Eins" wird im proT zum ersten Mal 8mm Film Teil des theatralen Ablaufs.
 
 

 
Zuerst gab es einen "Tieger von Äschnapur Null" als "Aktionsabend VII" verkleidet. Diesen Tieger gab es nur einmal auf der ganzen Welt, weil er einmalig war! Jetzt gibt es den "Tieger von Äschnapur Eins" und zwar öfters und regelmäßig, wie sich's gehört. Man kann diesen Tieger leicht erkennen, weil er obendrein noch "oder ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern" heißt. Dann wird es noch die Tieger Zwei und Drei geben, später, die obendrein noch besonders heissen werden, was man aber noch nicht genau weiß. Wenn der Tieger Nummer Drei fertig ist, werden die drei Tieger vielleicht immer hintereinander gespielt, also: Eins, Zwei, Drei. Und noch später wird es dann noch den Tieger Unendlich geben, der unendlichmal wiederholt wird und zwar so unendlichmal, wie der Tieger Null nullmal gespielt wurde, was aber nicht bedeutet, daß er nur einmal gespielt wird, sondern nur vergleichsmäßig. (A.S. 1977)
 

Theaterfilm

Der Tieger von Äschnapur Eins oder
Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern


Theaterfilm - U-Matic-Highband - Farbe/Ton - 00:53:28 Std. - Prod. proT - 1979/2019
 

 
Der Theaterfilm Der Tieger von Äschnapur Eins oder Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern entsteht aus der Dokumentation des Theaterprojekts "Der Tieger von Äschnapur Eins oder Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern" (Premiere 14. Mai 1977) während der Aufführung am 10. November 1979 im proT, Isabellastraße 40. Das Filmmaterial ist bearbeitet, das heisst leichte Korrekturschnitte und Lichtkorrekturen. Dias und Film im Theater werden original eingespielt. Maharani: Cornelie Müller. Bezaubernde Prinzessin: Agathe Taffertshofer. Dauernder Tiegerjäger: Alexeij Sagerer. Theatertechnik: Brigitte Niklas. Personen Film im Theater: Jürgen von Hündeberg (Der beratende Tiegerjäger), Cornelie Müller (Die Maharani), Nikolai Nothof (Der zurückgebliebene Tiegerjäger), Agathe Taffertshofer (Die bezaubernde Prinzessin) und Alexeij Sagerer (Der dauernde Tiegerjäger). Kamera Theaterdoku: Fips Fischer. Bearbeitung 2019: Alexeij Sagerer, Christoph Wirsing. Ein Film von Alexeij Sagerer.
 

Erste Bierrede zur Kunst


10. November 1979, proT, München, Isabellastr. 40 (YouTube 6:31 Minuten)
 

 
Ausschnitt aus der Theaterdoku vom 10. November 1979. Erste Bierrede zur Kunst ist ein Triptychon mit Rübenlandler - Erste Bierrede - Reine Musik aus der Theaterproduktion: "Der Tieger von Äschnapur Eins oder Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern". Premiere am 14.05.1977, proT, München, Isabellastr. 40 mit Cornelie Müller (Maharani), Agathe Taffertshofer (Bezaubernde Prinzessin) und Alexeij Sagerer (Dauernder Tiegerjäger). (Kamera: Fips Fischer)
 

Erste und Zweite Bierrede zur Kunst


Theaterfilm - U-Matic-Highband - Farbe/Ton - 00:53:28 Std. - Prod. proT - 1979/2019
 

 
Erste und zweite Bierrede zur Kunst (proTpurriT) ist ein Ausschnitt (Dauer 08:10 Minuten) aus dem Theaterfilm Der Tieger von Äschnapur Eins oder Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern vom 10. November 1979. Mit Rübenlandler - Erste Bierrede - Reine Musik - Zweite Bierrede. Cornelie Müller (Die Maharani), Agathe Taffertshofer (Die bezaubernde Prinzessin) und Alexeij Sagerer (Der dauernder Tiegerjäger). Kamera Theaterdoku: Fips Fischer. Bearbeitung 2019: Alexeij Sagerer, Christoph Wirsing. Ein Film von Alexeij Sagerer.
 
 

Tieger Eins - Die Film-Comics - 1977


 
Rolf May
Der Tieger von Äschnapur
Irrwitz und Chaos im proT: Ein neues Stück von Alexeij Sagerer
in: TZ, München, 23. Mai 1977
 
Thomas Thieringer
Alexeij Sagerers Traumspiel
Neue Comics im proT
in: SZ, Münchner Kulturberichte, 28./29./30. Mai 1977
 
Gudrun Bouchard
Premiere im proT
"Der Tieger von Äschnapur oder die Prinzessin aus Niederbayern"
in: SZENE MÜNCHEN, Nr. 6 Juni 1977
 
egb.
Die letzte Prinzessin aus Niederbayern
Im proT: "Der Tieger von Äschnapur" - Fortsetzung
in: Münchner Merkur, München, 11./12. Juni 1977
 
 
"Der Tieger von Äschnapur Eins ... " Präsentation in:
Hammerthaler, Ralph: Alexeij Sagerer. Liebe mich – wiederhole mich.
Künstlerische Biografie. Berlin: Verlag Theater der Zeit 2016.
Kapitel "Frauen und Jäger", S. 97-110
 
 

1978 - Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes


 
 
UA 22. Juli 1978, proT, Isabellastrasse 40, München. Dieser nicht mehr existierende Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes wird 1978 47mal gespielt und 1982 endgültig aus der Theatergeschichte gelöscht, und zwar durch den wahren Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes. Der nicht mehr existierende Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes muss nur deswegen immer noch erwähnt werden, da für ihn wunderbare Filmcomics gedreht wurden, die nach wie vor in der Filmgeschichte eine wichtige Rolle spielen. Ausserdem liegt hier der Beginn der Sprechskulptur "Di dawisch i fei scho no". Die Personen des nicht mehr existierenden Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes: Die Stief-Maharani (Billie Zöckler), Die bezaubernde Prinzessin (Agathe Taffertshofer), Der zuspätgekommene Tiegerjäger (Kurt Hartel, später Alexeij Sagerer), Der dauernde Tiegerjäger (Alexeij Sagerer).
 
 

Tieger Zwei - Die Film-Comics - 1978


 
Effi Horn
Probehochzeit im Frisiersalon
Alexeij Sagerers bayerischer "Tieger von Äschnapur" im proT
in: Münchner Merkur, 28. Juli 1978
 
 

1979 - Der Tieger von Äschnapur Drei oder Ich bin imbrünstig mein Alexeij Sagerer


 
 
UA 14. Juli 1979, proT, Isabellastrasse 40, München. Die Produktion wird in den folgenden Jahren weit über 150 Mal immer wieder im proT und in der proT-ZEIT gespielt. 1985 ist "Der Tieger von Äschnapur Drei" in der Tieger Nacht Teil der "Alexeij-Sagerer-Retrospektive" beim 7. Internationalen Theater Festival München. Der dauernde Tiegerjäger (Alexeij Sagerer, Solo), Technik (Agathe Taffertshofer). Durchkomponierte 8 mm Film - und Dia-Ebene.
 
 

 
Das Publikum kommt herein und sitzt im Theaterraum. Dann dauert es ein bisschen und dann geht das Publikumslicht (das von Anfang an schon gebrannt hat) aus und es ist sogut wie finster. Und über die Lautsprecher hört man dreimal zwei Ministrantenglocken. Im Finstern beginnt das mündlich-stimmliche und zwar von einem Menschen produzierte Wärmflaschengeräusch. Es kommt über dieselben Lautsprecher wie bereits die Ministrantenglocken, an die es unmittelbar (aber nicht unmusikalisch oder gar unrhythmisch) anschliesst. Nach einer exakt verbrachten Zeit, die aber trotzdem jeden Abend verschieden sein kann, da ja auch jeder Abend nur als er selbst exakt ist, geht das Licht an, welches die Wärmflasche zeigt. Die Wärmflasche hängt vorne beim Eingang an der Schmalseite des Theaterraumes mit der geschlossenen Öffnung nach unten an einem Haken und ist gut über die Hälfte mit Wasser gefüllt. Sie ist rot und aus Gummi und in ihrem Bauch steckt, möglichst weit unten (geographisch) ein ehemaliger Sektkorken aus weisslichem Plastik. ... Kommen Sie alle – unbedingt! Ich werde spielen wie ein junger Gott. (A.S. 1979)
 

Rote Wärmflasche tanzt


Film-Comics - U-Matic-Highband - Farbe/Ton - 00:02:19 Std. - Produktion proT - 1979
 

 
Der Film-Comics Rote Wärmflasche tanzt ist der in einer festen Einstellung am 13. September 1979 vom Stativ gefilmte Prolog zur Theaterproduktion "Der Tieger von Äschnapur Drei oder Ich bin imbrünstig mein Alexeij Sagerer". "... Sie ist rot und aus Gummi und in ihrem Bauch steckt, möglichst weit unten (geographisch) ein ehemaliger Sektkorken aus weisslichem Plastik. ..." Kamera: Fips Fischer. Mundmusik: Alexeij Sagerer. Agathe Taffertshofer bewegt die Wärmflasche. Ein Film von Alexeij Sagerer.
 

Räume sauser machen


TheaterDoku - U-Matic-Highband - Farbe/Ton - 00:04:21 Std. - Prod. proT - 1979/2019
 

 
Räume sauser machen ist ein Ausschnitt (Dauer 04:21 Minuten) aus der nicht veröffentlichten TheaterDoku Der Tieger von Äschnapur Drei oder Ich bin imbrünstig mein Alexeij Sagerer vom 13. September 1979. Mit Alexeij Sagerer (Der dauernder Tiegerjäger). Kamera Theaterdoku: Fips Fischer.
 
 

Tieger Drei - Die Film-Comics - 1979


 
Thomas Thieringer
Tieger von Äschnapur, drei
Alexeij Sagerer im proT
in: Süddeutsche Zeitung, 16. Juli 1979, Feuilleton
 
Effi Horn
Der geheimnisvolle "Tieger von Äschnapur"
Alexeij Sagerer bietet im proT 23 Kurzinterviews mit Münchner Theaterleitern
in: Münchner Merkur, München, 16. Juli 1979
 
Rolf May
Der Monolog einer Gummiwärmflasche
Sagerers "Tieger von Äschnapur III" im proT
in: TZ, München, 16. Juli 1979
 
Ingrid Seidenfaden
Den Kulturmachern eins über den Pelz gezogen
Alexeij Sagerers "Tieger drei" im proT
in: Abendzeitung, München, 19. Juli 1979
 
Michl
Der Tieger von Äschnapur drei auf der Jagd nach dem eigenen Leben im Dschungel der Münchner Theaterwelt
in: Blatt, Stadtzeitung für München, 25. Juli 1979
 
Helmut Schödel
Die Riesen des Wahnsinns
Notizen aus der Münchner Anarcho-Bohème / Von Helmut Schödel
in: DIE ZEIT, 07. September 1979, Feuilleton
 
 

1982 - Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes


 
 
UA 17. September 1982, letzte Produktion im proT, Isabellastrasse 40, München. Die Produktion wird weit über 50 mal im proT und in der proT-ZEIT gespielt. 1985 ist "Der Tieger von Äschnapur Zwei" in der Tieger Nacht Teil der "Alexeij-Sagerer-Retrospektive" beim 7. Internationalen Theater Festival München. Erste künstlerische Mitarbeit von Franz Lenniger. Die Maharani (Cornelie Müller), Die Großmaharani (Brigitte Niklas), Die bezaubernde Prinzessin (Agathe Taffertshofer), Bühnentechnik (Werner Prökel).
 
 

 
Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes von 1982 ist eine Komposition aus Primzahlen und entsteht durch Setzungen und Losentscheide. Er dauert 4519 Sekunden: 1. Einschnitt: 787 Sek., 2. Einschnitt: 1321 Sek., 3. Einschnitt: 947 Sek., 4. Einschnitt: 1129 Sek., 5. Einschnitt: 331 Sek. und 4 Sekunden für jeweils eine Sekunde Raum zwischen den Einschnitten.
 
 
Thomas Thieringer
Alexeij Sagerers Endspiel.
Der Tieger von Äschnapur Zwei im Münchner proT uraufgeführt.

in: Süddeutsche Zeitung, 22. September 1982
 
(...) Wieder einmal reiht Sagerer seine Zuschauer an den schwarzen Wänden entlang so auf, daß sie sich beim Zuschauen zuschauen können: zwischen ihnen sorgt eine wunderhübsch eingestaubte Glaswand für interessante "Durchblicke", an der Decke hängende Säcke schaffen "Spannung". Aus ihnen werden die idealen Sagerer-Protgonistinnen Agathe Taffertshofer, Cornelie Müller, und Brigitte Niklas Korn regenen lassen, um die Prozessionsumgänge bußwürdig zu machen. Und Wasser wird ins Korn fallen als drohe die Sintflut, Sagerer spielt mit den Elementen, mit denen des Theaters. Damit der Zuschauer auch alles wieder zusammenbringt, was er nach einem Primzahlen-"Rhythmus" aus seinen früheren "Äschnapur Tiegern" herbeizitiert in Text und Bild, setzt er lange Zäsuren der absoluten Dunkelheit, in denen der Vorstellungskraft alles "möglich" ist.
 
Wunderbar verzweiflungsvolle Szenen gibt es wieder, "dadaistisch" ver-rückte, elegisch absurde: Ein Glanzstück ist, wie Agathe Taffertshofer in altem verwegenen Sagerer-Mafioso-Look (der "Meister" selbst hat sich, man sieht's zuvor als Videospektakel, den Kopf kahl geschoren) emphatisch eine Konsonanten-Stammelrede hält; ein anderes wie Cornelie Müller einem schwebenden Kontrabaß grazil Schrummeltöne entlockt - von großer Faszination ist auch, wie Sagerer in "quadrophonischen" Toncollagen die Verlockungen seines Anti-Theaters, des Opern-Welt-Theaters sogar ins "elementare" Rätsel-Spiel bringt.
 
Dieses "Tieger Zwei" ist ein Stück für proT-Theater-Fans, für Sagerer-Kenner, für solche, die sich auf dessen anarchisch-konsequente, auch monomanische Lust am Zu-Ende-Spielen einlassen bereit sind. (...)
 

rod plau krün


Dia aus "Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes" als Postkarte
Regenschein Karten, Verlag Schaschko & Freund, München, 1983
 
 

1984 - Tieger Nacht


 
 
24. März - 02. Juni 1984, proT-Halle, München
Vor dem Tieger von Äschnapur Unendlich bringt das proT die Tieger Nacht: etwa 4 Stunden Theater von Alexeij Sagerer mit Der Tieger von Äschnapur Eins oder Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern, Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes und Der Tieger von Äschnapur Drei oder Ich bin imbrünstig mein Alexeij Sagerer. Diese Tieger Nacht wird neunmal gezeigt. Jeweils an einem Samstag. An den übrigen Wochentagen werden die Tieger einzeln gezeigt und zwar am Sonntag und Mittwoch der Einser, am Montag und Donnerstag der Zweier und am Dienstag und Freitag der Dreier. 1985 ist die Tieger Nacht Teil der "Alexeij-Sagerer-Retrospektive" beim 7. Internationalen Theater Festival München.
 

 

Werbefilm für Tieger


Film-Comics - 35 mm - Farbe/Ton - 00:01:30 Std. - Produktion proT - 1978
 

 
Der Film-Comics Werbefilm für Tieger wird 1978 und die folgenden Jahre in Münchner Kinos (z.B. den Leopoldkinos und dem Isabellakino) als Werbefilm gezeigt. Für die Theaterproduktionen "Der Tieger von Äschnapur Eins oder Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern", "Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes" und "Der Tieger von Äschnapur Drei oder Ich bin imbrünstig mein Alexeij Sagerer". Mit Jürgen von Hündeberg, Cornelie Müller, Agathe Taffertshofer, Billie Zöckler und Alexeij Sagerer. Kamera: Sepp Heyne. Ein Film von Alexeij Sagerer.
 

Die Filme aus Tieger Eins Zwei Drei


Film-Comics - Super 8 - Farbe/Ton - 01:13:31 Std. - Produktion proT - 1977-1980
 

 
Der Film-Comics Die Filme aus Tieger Ein Zwei Drei ist die Vereinigung aller Super 8 Filmcomics aus den Theaterproduktionen "Der Tieger von Äschnapur Eins oder Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern" (1977), "Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes" (1978, aber nicht mehr existierend) und "Der Tieger von Äschnapur Drei oder Ich bin imbrünstig mein Alexeij Sagerer" (1979) mit Vorspann und Nachspann (1980). Mit Jürgen von Hündeberg, Agathe Taffertshofer, Cornelie Müller, Nikolai Nothof, Billie Zöckler, Natascha Körte, Christine Feichtner, Anna Sagerer, Matthias Hartel, zwei alte Frauen. Ein Film von Alexeij Sagerer.
 
Der Tieger von Äschnapur

Die Vorwürfe auf
Der Tieger von Äschnapur Unendlich


1979 - 1985
 
Der Tieger von Äschnapur

Konzerte auf der Tiegerfarm und am VierVideoTurm und letzte Tiegerspuren


1985 - 1989
 
 

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