Letzte Tiegerspuren bringen Musik Musik
1985 - 1987

 
Der Tieger von Äschnapur 123
Der Tieger von Äschnapur
Der Tieger von Äschnapur

 
Im proT wird von Anfang an die Vorstellung eines Unmittelbaren Tones, eines Unmittelbaren Klanges, einer Unmittelbaren Musik entwickelt. Diese Vorstellung arbeitet mit der Kraft einer eigenen Unmittelbaren Bewegung, die jeder Ton besitzt. Dabei entsteht auch eine eigene proT-Musik in enger Zusammenarbeit mit Jürgen von Hündeberg. Diese Unmittelbare Musik bewegt sich auch in theatralen oder filmischen Kompositionen im proT. Der über Band eingespielte Ton bei "Comics I" (1969) ist ausschliesslich im proT entwickelte Musik. Ebenso der Ton der Filmproduktionen "Krimi" (1969), "Pherachthis" (1970) und "Aumühle" (1973). Auch die zum Beispiel bei "Küssende Fernseher" (1983/1987) eingespielte Musik ist Unmittelbare proT-Musik.
 
Mit dem Konzert auf der Tiegerfarm (1985) und dem dauernd und überall beginnenden Tieger von Äschnapur Unendlich treten Kompositionsstrategien in die proT-Arbeit, die unabhängig von der im proT entwickelten Musik erscheinen. Die Theatermaschine VierVideoTurm und der Synchronisator Sieben gemalte Filme machen einen anderen Blick auf theatrale Kompositionen möglich. Der VierVideoTurm stellt bereits vor Beginn einer Komposition eine theatrale Präsenz in den Raum und der Synchronisator bringt eine bereits vor Beginn einer Arbeit feststehende Dauer ins Spiel. Auch das Wort "Konzert" wirft einen eigenen Blick auf Musik. Der Arbeitsprozess konfrontiert sich explizit mit "anderer" Musik. Daraus enstehen zum Beispiel 1985 proT trifft Orff und proT mit Satie, ebenfalls 1985. Bei beiden Komponisten spielen Kompositionszahlen eine Rolle. Bei proT trifft Orff die Zahl 5 und bei proT mit Satie die 840. Mit der 840 entsteht dann im proT 1985/86 Intercity und die Zahl 5 spielt nicht nur bei proT trifft Orff sondern auch bei Tödliche Liebe oder Eine zuviel - Comics I in Oper (1986) eine wesentliche Rolle. Bei Das Stärkste TierSpielSpur liefern die 72 Tierkarten die Kompositionszahl. Als Setzung einer theatralen Kraft zu Beginn einer theatralen Komposition durch eine "Theatermaschine" ähnlich dem VierVideoTurm stehen bei Am blauen Pool (1990) ein "blauer Swimmingpool" und bei 7 Exorzismen ein "gelbes Haus im Regen".
 
Die Zahlen sind Kräfte und die Theatermaschinen sind einmalige Kompositionen. Alles ist Unmittelbar und dadurch einmalige Komposition. Eine Komposition, die bereit ist, zur jeweils einmaligen Wiederholung in weiteren Kompositionen.
 
Alexeij Sagerer arbeitet von Anfang an mit der Unmittelbarkeit von Bewegungen - Aktionen, Licht, Ton und so weiter. Mit dieser Unmittelbarkeit entstehen Kompositionen, die zum Beispiel "Comics" genannt werden. Diese Kompositionen mit den Unmittelbaren Bewegungen entstehen in einem Prozess. Dieser Prozess wird Prozessionstheater genannt. Das Kunst-, Film-, Musik- und Theaterprojekt Der Tieger von Äschnapur bringt diese Unmittelbarkeiten als Begriff Unmittelbares Theater ins Prozessionstheater.
 
Das Unmittelbare ist so notwendig wie das Wasser und es ist noch flüssiger als Wasser, geradezu über-flüssig. Das Unmittelbare steckt in allem, auch wenn es nicht mehr in seiner Über-Flüssigkeit erkannt wird - auch hier ist es dem Wasser ähnlich. Kurz gesagt: das Unmittelbare Theater ist notwendig, da es überflüssig ist.

 

1985 - proT trifft Orff


Carmina Burana trifft den Tieger von Äschnapur
 
Black Box Kulturzentrum Gasteig, München, UA 10. Juli 1985. Mit 3 Orffizieren (Werner Eckl, Axel Kotonski, Werner Prökel), 4 d 'Orfftrotteln (Franz Lenniger, Cornelie Müller, Brigitte Niklas, Alexeij Sagerer), 1 Schweinehirtin (Ulrike Stiefvater), 1 Liebespaar (Susanne Wehde, Bernhard Jugel) und den 5 Schweinen: O Fortuna, Primo Vere, Uf dem Anger, In Taberna, Cour d 'Amor
 
 

 
Dreimal kratzt man sich am Kopf, haut sich noch mal auf denselben, doch der irre Traum ist wirklich: fünf entzückende Schweine rüsseln, grunzen und schmatzen in der feinen Gasteig-Black-Box, sind in naturgemäßer Unschuld der Chor für eine unverschämt rissige Gratulations-Cour zu Carl Orffs 90. Geburtstag. Das Multimediaspektakel von Alexeij Sagerer und seiner tierisch erweiterten Crew heißt: "proT trifft Orff. Carmina burana trifft den Tieger von Äschnapur..." Die vom furchtlosen Kulturreferat veranstaltete Show läuft täglich bis 16. Juli (21 Uhr).
AZ, 12. Juli 1985, Feuilleton, Ingrid Seidenfaden
 

proT trifft Orff


Theaterfilm - U-Matic-Highband-Mutter - Farbe/Ton - 01:00:00 Std. - proT 1986
 

 
Der Theaterfilm proT trifft Orff entsteht aus dem Theaterprojekt "proT trifft Orff - wir gratulieren", 10.-16. Juli 1985, aufgeführt im Kulturzentrum Gasteig, Black Box, München. Geschnitten aus dem Material von verschiedenen Aufführungen. Kamera: Fips Fischer. Schnitt: Alexeij Sagerer, Fips Fischer. Ein Film von Alexeij Sagerer.
 

Orff mit Schweinen


10.-16. Juli 1985, Kulturzentrum Gasteig, Black Box, München (YouTube 1:30 Minuten)
 
proT trifft Orff
 
Orff mit Schweinen ist ein Ausschnitt aus dem Videofilm proT trifft Orff, der 1986 aus dem Theaterprojekt "proT trifft Orff - wir gratulieren", 10.-16. Juli 1985, aufgeführt im Kulturzentrum Gasteig, Black Box, München, entsteht. Mit Werner Eckl, Axel Kotonski, Werner Prökel, Franz Lenniger, Cornelie Müller, Brigitte Niklas, Alexeij Sagerer, Ulrike Stiefvater, Bernhard Jugel, Susanne Wehde und den 5 Schweinen O Fortuna, Primo Vere, Uf dem Anger, In Taberna, Cour d 'Amour. Kamera: Fips Fischer. Schnitt: Alexeij Sagerer, Fips Fischer.
 
 

1985 - proT mit Satie


Erik Satie, Pages Mystiques (1892-1895) mit Alexeij Sagerer, Endlostheater (1985). proT-Halle, Schleißheimerstraße 418, München. Beginn 12. Oktober 1985, 18:00 Uhr - Ende 13. Oktober 13:15 Uhr.
 

 
Das Publikum trifft auf einen theatralen Raum, bewegt sich in ihm, isst, trinkt, schläft, hört zu, hört weg, hört nichts, verlässt den Raum, kommt wieder, unterhält sich, lauscht, schaut zu, schaut woanders hin, sitzt, steht, ist da. Endlostheater (1985) von Alexeij Sagerer mit den Pages Mystiques (1892-1895), Klaviermusik von Erik Satie: 1. Prière (1 mal), 2. Vexations (840 mal), 3. Harmonies (1 mal)
 
STRUKTUR: Pianisten (Vexations). 840 Spieleinheiten. Jeder Pianist 5 Auftritte à 30 Spieleinheiten und 1 Auftritt à 60 Spieleinheiten. 1 Spieleinheit = Vexations 1 mal gespielt = ca. 1'30''. Endlostheater. 840 Spieleinheiten. 4 Bühnen (210 Spieleinheiten pro Bühne). 7 Darsteller: 2 Szenen à 60 Spieleinheiten, 7 Auftritte pro Darsteller (6 Auftritte à 15 Spieleinheiten, 1 Auftritt à 30 Spieleinheiten). 14 Szenen à 60 Spieleinheiten. 1 Spieleinheit = 1 Szene 1 mal gespielt = ca. 1'30''.
 

 
Die Spieleinheiten werden auf einer grossen digitalen Anzeigetafel mitgezählt. Eine zweite digitale Anzeigetafel zeigt die Normalzeit (Stand der Erdumdrehungen). Vier Kameras filmen vom Dach des Veransaltungesortes unbewegt in die vier Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West. Die Bilder der Kameras werden auf vier Monitore im Veranstaltungsraum übertragen. Die Köche kochen insgesamt sieben verschiedene Gerichte und bieten jeweils nach 120 Spieleinheiten ein neues an.
 
Pianisten: Cornelie Müller, Barbara Koller, Peter Ludwig, Axel Kotonski. Reserve: Stefan Geene. Endlostheater: Susanne Wehde, Brigitte Niklas, Franz Lenniger, Bernhard Jugel, Werner Prökel, Hias Schaschko, Hansi Welsch. Reserve: Ulrike Stiefvater. Speisen: Karin Traxler, Beate Kotonski, Gabi Rösing, Bunni Usleber, Christian Thielebein, Robert Bonigut. Getränke: Imke Toksoez, Birgit Horn. Reserve: Susanne Stiefvater. Video: Vips Vischer. Assistenz: Herbert Jugel. Einlass: Ulrike Stiefvater, Claudia Maurer, Reserve: Ursel Kosmolla. SiebenSegmentAnzeigetafeln: Werner Prökel, Axel Kotonski. Klavierstimmer: Peter Winter. Leitung: Alexeij Sagerer.
 

 
 
(...) Es wurde ein wundersames, auch befremdliches Ereignis, das für alle, die teilnahmen, die eingeübten Kunst-Seh- und Konsumgewohnheiten wohl auch eigene Rhythmen aufweichte, sie verwandlete in eine ungemein lässige, von jedem selbst zu bestimmende Sensibilität und Qualität der Wahrnehmungen. Zwischen Uhrzeiger und Traumgrenze.
Das Ritual folgt einem strengen, von der Musikfolge bestimmten Zählsystem (digitale Vorarbeit!), das dem Publikum freilich schnurz sein konnte. die Abfolge der stummen Spiele, der Speisen, die Zahl von Stühlen etc. - alles korrespondierte mit dem Rhythmus der Klaviersequenz
Die eigentliche Erfahrungs-Qualität aber war das Abheben von der gegebenen Ordnung. Vier Klavierspieler (plus Ersatzmann) lösten sich im fließenden Wechsel ab. Das langsam-leise, raffiniert monotone Thema erklang unendlich im Raum, es verwandelte sich mit der eigenen Aufmerksamkeit (oder Abwesenheit), mit der Individualität der Spieler. Auf Stühlen und Liegestühlen gab es Schlafträumer (einzeln oder gepaart), Plauderer, Meditierer, Einsame und Vielsame, die Nacht und den tag draußen. Und immer noch und wieder: "Vexations" von Satie. Ein leises, in der Wirkung unerhörtes Experiment. Und der schönest Wartesaal, den es je gab.
Ingrid Seidenfaden, Abendzeitung, 15. Oktober 1985
 
 

 
 
 
(...) An zwei Digitalanzeigern kann man sich über den tatsächlichen Stand der Dinge informieren. Um 21 Uhr soll Cornelie Müller mit der 120. Spieleinheit fertig sein. Sie ist früher dran, weil ihre drei Vor-Spieler Barbara Koller, Peter Ludwig und Axel Kotonski schneller gespielt haben als erwartet. Das stürtzt auch die Darsteller in Verwirrung, deren gestische Aktionen parallel laufen. Ob dann bei Einheit 301 der verspochene Laucheintopf endlich fertig sein wird? Kommt nämlich der Laucheintopf später, rückt der Lachskuchen schrecklich fern. Es gibt 14 stündlich wechselnde Gerichte, deren Duft sich unter die Töne mischt.
(...)
Die Pianisten spielen ganz verschieden. Peter Ludwig hat es eilig, sehr eilig. Cornelie Müller meditiert am Klavier. Axel Kontoski zerstückt die Akkorde und stört den wohltuenden Klangfluß. Barbara Koller treibt sanft, aber bestimmt, die unendliche Musik voran, die doch eigentlich nur eineinhalb Minuten dauert. So bleibt die Musik im Kopf, auch noch zwei Tage später. Der jetzt auf der Bühne steht, schiebt in Zeitlupe den Reißverschluß seines Blousons nach oben. Daß so etwas interessant sein kann! Da zeigt die Uhr halb vier. Die "Vexations" sind nach 40 Wiederholungen wahrscheinlich immer noch ein Seelenbad. Man könnte sich, ihnen lauschend, auf einem Liegestuhl träumend, der Welt entziehen.
Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung, 15. Oktober 1985
 

proT mit Satie


TheaterDoku - U-Matic HB - Farbe/Ton - 00:39:15 Std. - proT 1985
 

 
Die TheaterDoku proT mit Satie entsteht mit dem proT-Theaterprojekt "proT mit Satie", 1985 von Alexeij Sagerer, aufgeführt am 12./13. Oktober 1985 in der proT-Halle, Schleißheimerstraße 418, München. TheaterDoku: Fips Fischer für proT.
Ingrid Seidenfaden
Zwischen Uhrzeiger und Traumgrenze
"proT mit Satie"
in: Abendzeitung, München, 15. Oktober 1985
 
Eva-Elisabeth Fischer
Freude in der Qual
"proT mit Satie"
in: Süddeutsche Zeitung, München, 15. Oktober 1985
 
 

1985 - Intercity


Vierbahnentheater - Fahrplan I
proT-Halle, Schleißheimerstraße 418, München. UA 31. Dezember 1985
 
Der Ablauf: 7 Akteure spielen nach Fahrplan auf 4 Bahnen insgesamt 28 einminütige szenische Arbeiten mit verschiedenen Intensitäten, jeweils 30 mal. Davon hat jeder Akteur eine Auswahl von 12 verschiedenen Intenstitäten, die er jeweils in einem 10er-Block spielt. Jeder Akteur spielt damit 120 Einheiten. Jede Intensität kann dabei auf jede Intensität treffen. Entsprechend dazu arbeiten vier Musiker mit 28 verschiedenen einminütigen Musikintensitäten. Geschätzte Dauer 4 Stunden.
Premierenbesetzung: Musik: Cornelie Müller (Gesang) und Karin Deckwitz (E-Piano), Hubert Jeromin (Schlagzeug), Ossi Immel (Schlagzeug), Kalle Laar. Akteure auf den Bahnen: Susanne Wehde, Gerlinde Eger, Susanne Stiefvater, Bernhard Jugel, Werner Prökel, Franz Lenniger, Brigitte Niklas.
 
 

 
 
Intercity - Fahrplan I wird nach seiner Uraufführung am 31. Dezember 1985 am 5. Januar 1986 in der proT-Halle wiederholt und am 03. Juli 1987 auf der documenta 8 in Kassel gezeigt. Intercity - Fahrplan II. Bei "Die Vier Tage des Unmittelbaren Theaters - Zwei", 14.-17. Oktober 1987 in der proT-Halle hat am 14. Oktober um 19 Uhr Intercity - Fahrplan II Premiere und wird am 17. Oktober wiederholt. Intercity - Fahrplan II wird auch am 06. Oktober 1988 beim "Hofer Herbst" gezeigt.
 
Intercity - Fahrplan II. Projektbeschreibung: Dauer circa 4 Stunden. Kompositionszahl 840 (ausgehend von dem 840 mal gespielten Stück "Vexations" von Erik Satie). Über die digitale Anzeigetafel wird der Verlauf dieser Zahl mitgezählt. Eine zweite digitale Anzeigatfel zählt die Normalzeit. Sieben Schauspieler spielen auf vier Bühnen 28 Szenen (Länge je eine Minute) jeweils insgesamt 30 mal in Blöcken à zehn Einheiten. Jede Szene kann auf jede Szene treffen. Vier Musiker (bzw. Musikergruppen) spielen sieben Musikstücke (Länge je eine Minute) jeweils 120 mal. Jedes Musikstück kann auf jedes Musikstück treffen. 840 Videoszenen werden über 28 Videorekorder auf vier mal sieben Videomonitore verteilt. Zwei Köche bieten vier verschiedene Gerichte an. Akteure: Werner Eckl, Susanne Stiefvater, Göttin Gala, Sonja Breuer, Gerlinde Eger, Imke Tosoez, Franz Lenniger (bei "Hofer Herbst": statt Imke Toksoez Monika Manz, statt Franz Lenniger Bernhard Jugel). Musiker: Werner Aldinger, Hans Lechner, Cornelia Meliàn, Cornelie Müller. (bei "Hofer Herbst": statt Hans Lechner Max Hupfer, statt Cornelia Meliàn Robyn Schulkowsky).
 
 

 
 
(...) Vier schmale Bühnenpodeste hatte Sagerer in seine proT-Halle gebaut, Auftritte für sieben Darsteller, die jeweils vier Rollen - Minidramen, Szenensegmente aus früheren Sagerer-Produktionen - an die Rampe zu spielen haben, in wechselnden Kombinationen, auf wechselnden "Bahnen". 840 verschiedene Einstellungen werden durchgespielt, die Wiederholungen der einzelnen Auftritte sind von bestechender Präzision: am schönsten, wie Franz Lenniger immer wieder in einem brennenden Buch liest, wie Susanne Stiefvater aus einem Schnapsfläschchen trinkt, Gerlinde Eger als Ballett-Tänzerin erschöpft zusammensinkt. Kein Stück also, sondern flüchtige, ständig changierende Impressionen, die zusammengehalten werden durch eine vorantreibende Musik- und Toncollage, durch romantische Lieder (gesungen von Cornelie Müller, am Klavier begleitet von Karin Deckwitz) und Percussion-Klänge (von Colin Gilder und Musikern vom "Tape"-Theater).
Ein synthetisches, ein mathematisches Spiel ist dieses "Intercity-Vierbahnen-Theater", das Sagerer am Mischpult für Licht und Ton in Gang und Rhythmus hält. Ein Kopfspiel also mit den Theaterelementen, aus denen sich der Zuschauer, so lange er will, seine Geschichten zusammenstellen kann. Wenn er sich sattgesehen und -gehört hat, kann er sich in den "Speisewagen" zurückziehen, um sich für weitere Sagerer-Abenteuer mit Tafelspitz und Gemüseauflauf zu stärken oder in einer Ecke der Halle Video-Bänder aus älteren Sagerer-Aufführungen zu Gemüte führen. Noch einmal will der eifrige und wahrhafte Volkstheatervorkämpfer sein "Intercity"-Spektakel wiederholen (am 5. Januar). Eigentlich schade, daß er diesen Zug nicht öfter fahren läßt, denn in der proT-Halle kann man während dieser Reise für sich und ganz ohne Zwang das Theatererlebnis holen, das man will.
Thomas Thieringer, Süddeutsche Zeitung, 4./5./6. Januar 1986
 

Intercity 87


TheaterDoku - VHS - Farbe/Ton - 00:32:47 Std. - proT-Halle 1987
 

 
Die TheaterDoku Intercity 87 entsteht aus dem proT-Theaterprojekt "Intercity", 1987 von Alexeij Sagerer, aufgeführt in der proT-Halle, Schleißheimerstraße 418, München. TheaterDoku: Andreas Tröger für proT.
Thomas Thieringer
Vierbahnig ins neue Jahr
"Intercity"
in: Süddeutsche Zeitung, München, 4./5./6. Januar 1986
 

1986 - Das Stärkste TierSpiel


Spielkartenproduktion - geniales Kartenspiel von Alexeij Sagerer
proT für die Welt, München, 1. Auflage 1000 Stück, 1986

 
Tierspiel
 
Ein Spiel, das für alle, wirklich für alle, etwas ist, denn es ist einfach und schön, und in dem sehr viele Tiere vorkommen. Tiere sind für einen jeden schön! Es gibt wunderschöne Tiere. Und die Tiere sind obendrein schon da. So daß wir auf der einen Seite nicht viel hineinstecken müssen, während auf der anderen Seite gleich eine Menge herausschaut. Und mit dem, was da herausschaut, da kaufen wir einfach den Tieger von Äschnapur und lachen alle aus und über uns, da lacht dann keiner mehr. Weil's da nichts mehr zu lachen gibt über uns, und dann pfeifen wir auf alle.
 
Tierspiel
 
 
 

1986 - Das Stärkste TierSpielSpur


Alexeij Sagerers Super-Theater-Geschäft "proT für die Welt". Alle Theater-
einnahmen fliessen unmittelbar in den Tieger von Äschnapur Unendlich.

 
Tierspiel
 
 
 
Ein Kartenspiel provoziert einen Text. Text und Kartenspiel provozieren eine Theaterutopie. Das Kartenspiel bringt Struktur, Namen, Bilder. Der Text liefert Erklärungen, Geschichten und verweist auf den Verkauf des Kartenspiels: Die grosse Verkaufslist als Problemlösung für Welt und Theater - Die Verkaufserlösung!
 
Das Theatertier: Der Tieger von Äschnapur, der nicht mehr entwischen kann, weil er gekauft wird. Die Prinzessin ist nicht mehr der Preis für den Tieger, sondern Verkäuferin eines Tierkartenspiels bei einem Tiegerjäger, der kein dauernder mehr ist, sondern ein kommerzieller. Unmittelbares Theater als Verkaufsveranstaltung für ein Kartenspiel.
 
Mit Sonja Breuer, alleinstehende Prinzessin - TierSpielVerkäuferin. Werner Prökel, Dipl. Ing. - Computer- und Lichtsteuerung. Cornelie Müller, Gestalerin - Diaphotographie. Klaus Riede, Dr. rer. nat. - Zoologische Fachberatung - Alexeij Sagerer, kommerzieller Tiegerjäger - TierSpielErfinder.
proT-Halle, München, UA 26. November 1986
 
 

1988 - 7 Exorzismen


täglich wechselndes Theater am gelben Haus
proT-Halle, Schleißheimerstraße 418, München. 28. März - 03. April 1988
 
1. Abend: DER GROSSE REGEN - 2. Abend: DAS PENDEL - 3. Abend: DER MUSIK–SCHREI - 4. Abend: DIE FEUERSBRUNST - 5. Abend: DER BLUTGRABEN - 6. Abend: DIE EISENZEIT - 7. Abend: DAS GELBE HAUS. Mit Alexeij Sagerer und Sonja Breuer
 
Rotes Auto in Gelbes Haus
3. April 1988, proT-Halle, München, Schleißheimer Str. 418 (YouTube 2:08 Minuten)
 

 
Rotes Auto in Gelbes Haus aus: "Das Gelbe Haus", 7. Abend des Theaterprojektes: "Sieben Exorzismen" von Alexeij Sagerer mit Sonja Breuer, 28. März bis 3. April 1988. (Kamera: Werner Prökel)
 
Jan Bielicki
Der Regenmacher
"Die 7 Exorzismen"
in: Süddeutsche Zeitung, München, 8.April 1988
 

auf proT

Demonstrations-Zweck-PR-Band


Alexeij Sagerer: Auswahl von Arbeiten mit Video 1978-85, proT 1986 (42:02 Min)
 

 
Das Demonstrations-Zweck-PR-Band wird 1986 als grober Überblick über die Videoarbeiten von Alexeij Sagerer produziert. Es enthält Ausschnitte aus Münchner Volkstheater Einspielband (1980), Zahltag der Angst Theaterdoku (1981), Küssende Fernseher (1983), proT trifft Orff (1985), Konzert auf der Tiegerfarm (1985), Sieben gemalte Filme (1986) und die Film-Comics Werbefilm für Tieger (1978) und Subversives Repräsentationstheater (1984). Das Demonstrations-Zweck-PR-Band wird von Alexeij Sagerer mit Text und Titeln auf U-Matic Highband produziert. Videotechnik: Fips Fischer. Sprecherin: Sonja Breuer. Ein Film von Alexeij Sagerer.
 

Der Tieger von Äschnapur

Der Tieger von Äschnapur 1, 2, 3 und Null


1977 / 1978 / 1979 / 1982 / 1984
 
Der Tieger von Äschnapur

Die Vorwürfe auf
Der Tieger von Äschnapur Unendlich


1979 - 1985
 
Der Tieger von Äschnapur

Konzerte auf der Tiegerfarm und am VierVideoTurm


1985 - 1990
 
 
 

Alexeij Sagerer auf Vimeo


 
 

proT auf YouTube: proTshortcuts


 

Werkverzeichnis I


Alexeij Sagerer, proT  —  Produktionen
 

Werkverzeichnis II


Alexeij Sagerer, proT  —  Festivals, Ausstellungen, Screenings, Beteiligungen, Auszeichnungen, öffentliche Ankäufe (Auswahl)
 

Werkverzeichnis V


über Alexeij Sagerer, proT  —  Literatur und Presse (Auswahl)
 
 

FILMPRODUKTIONEN


ab 1969
 
 

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