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Nix Muttergottes!
Muffatwerk: Alexeij Sagerers Raumschiff-Unternehmen "OR-05"
Ist die virtuelle Kommunikation nur Schein? Bei Alexeij Sagerer, der mit seinem proT im Ampere des Muffatwerks gastiert, sieht es radikal danach aus: Sein Raumschiff "OR-05" hebt nicht ab - trotz Count Down. Das über dreieinhalb Stunden gezeigte Video tut nur so, während eine Dame vom ?odenpersonal, Miss Crossing Chapel, mit Gesundbeter-Stimme Nummern ans Volk verteilt: Jeder wird einzeln gebeten, einen im Laufe der Performance immer heller werdenden Raum zu betreten.
Der Boden ist mit Salz und Split ausgestreut und lässt die Schritte des einsamen Betrachter der schaurig-schönen Leere knirschend bis nach draußen dringen. Von dort draußen, wo die "OR-05"-Gäste wie in einer Art Lounge sitzen, startet einer Zweier-Gruppe (Entführungsopfer und Geiselnehmer?) eine Auto-Expedition zu der von Sagerer so genannten Asphalt-Kapelle bei Etsdorf/Oberpfalz. Sie sollen dort u.a. die Muttergottes treffen. Nix davon auf dem Video, das die rätselhafte Expedition des Paares (das offenbar auch eine erotische Beziehung hat) vom Ampere aus begleitet. Dort ertönt immer wieder die sonore Stimme des Machers, der die Expedition kommentierend beschützt. Die Stimme und er sind das einzig Authentische am Unternehmen "OR 05". Sagerer verweigert jegliche Katharsis und arbeitet gegen den Mainstream unserer TV-Überflutung. Langwierig, aber wahr. Ironie inbegriffen.
GERD GLIEWE
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