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Alexeij Sagerer, Theater der Zeit, Leucht Theaterlexikon Spiegel, Kultur Extra  1944 geboren in Plattling, Niederbayern
u.a. Theatermacher, für ein Theater vor dem Theater, das weder durch Material noch als Medium zu definieren ist. Die Mutter aller Künste.
 
1969 gründet er in München das proT (pronounce "proT" like the german word "Gott"), das er seither leitet. Er bezeichnet sein Theater als Comics, Prozessionstheater, Endlostheater oder Unmittelbares Theater und kennt keine Grenzen zu Bildender Kunst, Musik und Film. "Theater heute" charakterisiert ihn als einen der letzten freien Radikalen, der nicht die Kalkulationen des Kulturbetriebs bedient sondern geradezu monomanisch seine selbstgesetzte Struktur verfolgt. 1987 wird er mit "Küssende Fernseher" zur documenta 8 in Kassel eingeladen. 1988 bekommt er den Ernst Hoferichter - Preis (erster Live-Auftritt der Sprechskulptur "di dawisch i fei scho no"), 1997 den Theaterpreis der Stadt München. 2003 ist er für drei Wochen in der Pinakothek der Moderne München präsent. "Sein Live-Projekt birth of nature, star-gates löst den Raum im Unendlichen auf und nimmt den Zuschauer mit auf einen virtuellen Raumflug..." (SZ, 21. Oktober 2003). Am 17. Dezember 2005 beginnt die Kompositionsebene "Programm Weiss", die Vision eines Theaters der Handlung selbst. Am 30. Mai 2012 findet die Produktion "Weisses Fleisch" in der Muffathalle München statt. "Das Mysterium der Wandlung wird zum Akt künstlerischer Transformation." (SZ, 01. Juni 2012). Im Oktober 2016 erscheint "Alexeij Sagerer - Künstlerische Biografie" von Ralph Hammerthaler im Verlag "Theater der Zeit".
 
Die am öftesten gezeigten Produktionen sind mit jeweils über 150 Aufführungen "Gschaegn is gschaegn" (1969), "Watt'n (ein Kartenspiel) oda Ois bren'ma nida" (1974) und "oh, oh Maiandacht..." (1987). Das erste Langzeitprojekt ist "Der Tieger von Äschnapur" von 1977 bis 1982. Seine Wirkung reicht jedoch bis 1985, zur Entstehung des "VierVideoTurmes" und zu "proT trifft Orff", der bekanntesten proT-Produktion mit Tieren. Die erste Theaterarbeit mit Video ist 1980 "Münchner Volkstheater". Zur ersten Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsschauspiel / Marstall führt 1995 "Götterdämmerung" im "Nibelungen & Deutschland Projekt" (1992-98). Die bisher längste Aufführung "....und morgen die ganze Welt" (SPIEL.ART München, 1997) dauert 28 Stunden. Und zwischen dem Mundart-Comic "Gschaegn is gschaegn" (1969) und dem Trash-Comic "Ein Gott Eine Frau Ein Dollar" (2013) liegen 44 Jahre.
 
Von Anfang an produziert Alexeij Sagerer auch Filme. Kurze und ganz kurze Filme wie "Werbefilm für Tieger" (1978), Filme aus der Theaterarbeit heraus wie "Zahltag der Angst" (1981), Spielfilme wie "Krimi" (1969) und "Aumühle" (1973), "ein äusserst beeindruckender Aussenseiter-Film - grauenvoll und poetisch zugleich." ("Der Abend", Berlin, 25.05.1974), Vorfilme wie "Vorfilm für Voressen" (2009) und unendliche Filme wie "Der grösste Film aller Zeiten", der 1997 beginnt und dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Mit "Programm Weiss" entsteht "Unmittelbarer Film" wie "Reine Pornografie" (2006) und "Liebe mich - wiederhole mich" (2016). Am 26. April 2017 findet im RIO Filmpalast München die Premiere der digitalisierten Fassung von "Aumühle" statt.
 
Kurzbiographie ist eine Auswahl von Produktionen und Aufführungen seit 1969. Die Künstler und Theatermacher, die hier genannt werden, sind nur ein Teil der Künstler und Theatermacher, die bei diesen Produktionen und Aufführungen mitgemacht haben. Auch die genannten Arbeiten und Aufführungen bei Theater-, Film- und Videofestivals, in Kinos, in Museen, in Akademien, in Universitäten, bei Ausstellungen und in anderen intimen und öffentlichen Räumen sind nur eine Auswahl. Die Arbeit Alexeij Sagerers ausserhalb von proT ist hier kaum berücksichtigt.
 
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